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Asklepios Future Hospital Programm (AFH) auch im Jahr 2010 mit seinen Partnern auf der conhIT.

conhIT 2010
Berlin
20.04.2010 - 22.04.2010
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Interview mit Uwe Pöttgen

„Jede Klinik hat exakt die gleichen IT-Probleme“

Sechs Fragen an Uwe Pöttgen, Leiter Zentrale Dienste IT der Asklepios-Kiniken und Mitinitiator des Asklepios Future Hospital-Programms. Unter Pöttgens Verantwortung steht OneIT, das größte IT-Standardisierungsprojekt im deutschen Gesundheitswesen


Herr Pöttgen, Standardisierung gehört in der IT-Welt zum üblichen Repertoire. Was ist an OneIT anders?

Was in der Industrie seit Jahren üblich ist, steckt im Gesundheitswesen noch in den Kinderschuhen: eine einheitliche, standortübergreifende und damit auch wirtschaftliche IT. Selbst in großen Klinikverbünden ist die IT isoliert für jedes Haus einzeln gewachsen und oft wenig kompatibel mit anderen Häusern. Das ist praxisfremd, nicht zukunftssicher, und im laufenden Betrieb sehr unwirtschaftlich. Angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen ist dieser Zustand nicht mehr tragbar. Wir haben uns mit OneIT deshalb für einen konsequenten Schnitt hin zu einer Standard-Plattform entschieden - und sie beim größten zusammenhängenden Klinikverbund Europas erfolgreich umgesetzt: dem LBK in Hamburg. Zur Verdeutlichung: Wir reden hier alleine von über 100 Fachabteilungen, 1600 Ärzten sowie 6000 Schwestern und Pflegern. Die Administration umzustellen, ist eine Sache, den ärztlichen und pflegerischen Bereich aber eine ganz andere. Das war eine enorme und in dieser Größenordnung einmalige Herausforderung. Aber wir haben sie bewältigt, und die Ergebnisse sind überzeugend.

Wie lässt sich das beziffern?

Die Umstellung beim LBK ist jetzt abgeschlossen. Um die realen Auswirkungen beurteilen zu können, haben wir mit den Partnern Microsoft und Intel eine Analyse nach dem TCO-Modell von Garnter erarbeitet, die auch indirekte Kosten wie den Schulungsbedarf erfasst. Die ersten Ergebnisse übertreffen unsere Erwartungen sogar noch: Einsparungen von einem Drittel oder mehr sind absolut realistisch.

Was beim LBK funktioniert, muss aber nicht auch für andere Kliniken gelten?

Doch. Jedes Haus der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung, also mit über 800 Betten, hat exakt die gleichen IT-Probleme. Die Systeme sind heterogen und bestehen aus vielen Dateninseln. Standortübergreifende Strukturen sind die Ausnahme, dezentrale Strukturen hingegen die Regel. Unterschiedliche Benutzerverzeichnisse schaffen Kommunikationsbarrieren, die den Arzt im Alltag effektiv behindern - auch wenn er es aus Gewohnheit oft gar nicht mehr wahrnimmt. Und überall gibt es medizintechnische Geräte, die nicht sinnvoll ins Klinik-Netz eingebunden sind. Damit verschenkt man viel Effizienz, weil sich der Arzt zum Beispiel pathologische Befunde eben nicht genau dort auf den Bildschirm holen kann, wo er sie braucht.

Bringen Sie mit der Umstellung nicht den kompletten Klinikalltag durcheinander?

Überhaupt nicht. Wir hatten die klare Prämisse: Der Klinikalltag durfte in der Umstellungsphase nicht über Gebühr leiden, und erst recht nicht die ärztliche Versorgung. Vorbereitung und straffes Projektmanagement sind deshalb alles. Ein Haus wie Wandsbek mit rund 600 Betten haben wir effektiv in einem Tag umgestellt. Um sieben Uhr morgens startet ein 15-köpfiges Team mit der vorbereiteten Umschaltung von 180 PCs. Dann wird ein Projektbüro vor Ort eingerichtet, und von dort aus schwärmen die Teammitglieder wie die Heuschrecken zu manuellen Arbeiten aus. Abends ist OneIT vollständig installiert.

Die Umstellung des LBK ist abgeschlossen. Wird OneIT auch in weiteren Kliniken zum Einsatz kommen?

Ja, das war von Beginn an geplant. Das Verfahren ist ein grundlegendes Element des übergreifenden Asklepios Future Hospital Programms. Dort erarbeitet Asklepios mit namhaften Industriepartnern wie Intel und Microsoft wegweisende Lösungen für die Infrastruktur Kliniken weltweit. Dazu muss die Lösung aber auf unterschiedlichste Klinikgrößen und Strukturen anpassbar sein. Deshalb haben wir von Anfang an darauf geachtet, dass das Verfahren problemlos zu multiplizieren ist. Wir werden es langfristig in allen Häusern im eigenen Konzern zum Einsatz bringen und erwägen, es auch anderen Kliniken auf Wunsch zur Verfügung stellen.

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